Fahrrad Meditation

Ich liebe Fahrrad fahren.

In der Natur sein. Alles Riechen. Alles Fühlen. Bewegung und Wahrnehmen.

Im Sommer, die Sonne und die Wärme.

Im Winter, den Wind und die Kälte.

 

Gestern - Ich sitze auf meinem Rad und spüre, ja genau, das ist jetzt gut für mich. Mein Körper möchte sich bewegen. Meine Augen wollen etwas sehen und meine Gedanken wollen sich finden.

Dann fahr ich los. Die ersten Meter sind beschwerlich. Die Beine noch kalt und immer irgendwie schwer. Das wird nach vlt. 3 Minuten besser. Nun kann ich meine Augen umher schweifen lassen. Ich seh die Strasse. Nehme die ersten Bäume oder Wiesen wahr. Mein Atem wird schneller. Ich werde schneller. Es fühlt sich wie fliegen. Welch ein erhebendes Gefühl.

Und dann kommen meine Gedanken. Mit aller Macht. Daheim liegt noch die Idee für einen Blogartikel. Oder ein Newsletter will verschickt werden. Oh, was war gestern nur mit Alex los. Warum haben wir gestritten. Wann kann ich mit Nico reden. Was soll ich später essen... ein Gedankenkarusell.

Bis mir dann bewusst wurde was ich da tue.

Dann habe ich angefangen, tiefer zu atmen und langsamer zu fahren. 

Durch das tiefere Atmen, hat mein Gehirn mehr Sauerstoff bekommen und ich konnte mich besser konzentrieren. Die Gedanken wurden ruhiger. Erst dann wurde ich mir über meine Gefühle bewusst. Und ich habe meine Enttäuschung, meinen Ärger, meine Unklarheit zugelassen. Bis ins Detail kommen lassen. Mich beschissen gefühlt und geweint. Bis...... ja bis mir der Wind wieder bewusst wurde und ich die Umgebung wieder wahrgenommen habe. 

Und dann kam eine Ruhe über mich, die war traumhaft. 

Es gab keinen Kampf, keinen Gedanken. Es gab nur noch meinen Körper, der Wind und das Bike.

Dann sah ich mich um und merkte, dass ich nicht weit gefahren bin, dass es vermutlich nur wenige Minuten waren, die ich in dieser Gefühlwallung war.

 

Und schlagartig war ich glücklich.

 

Ich war verbunden mit den Elementen und meinem Körper. Intuitiv wusste ich was zu tun ist. Eine Klarheit war in mir, die sich vergrößert und erweitert hat, solange ich unterwegs war.

 

Nach eine Stunde bin ich umgekehrt und habe zu Hause das Telefon in die Hand genommen und mit Nico geredet. Ganz simpel und einfach. Sofort.

 

Das Leben kann so einfach sein. 

 

 

 

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